Leseprobe Mind Ripper Seite 3

 

»Na, dann los!« Zack packte sein Schwert und trat mit Jamie neben Jemma. Von der Wunde an seiner Schulter war nichts mehr zu sehen. Probeweise schwang er sein Schwert ein paar Mal durch die Luft und stellte zufrieden fest, dass er den Arm wieder ohne Einschränkungen bewegen konnte. Also griff er an. Als Krieger war er der Stärkste unter ihnen und sein Schwert war größer und schärfer als die von Jemma und Jamie. Er holte aus und schlug die breite Klinge so fest er konnte in den Hals der Bestie.

Der Drache heulte auf und Zack grinste voller Genugtuung, als er die klaffende Wunde sah, die sein Schwert hinterlassen hatte. »Tja, mein Lieber, wie du mir, so ich dir!«

Das Grinsen verging ihm allerdings schnell wieder, als das Untier sich schwankend auf die Beine stemmte und mit seinen Klauen nach ihm schlug. Diesmal wich er jedoch rechtzeitig aus, tauchte unter der Pranke weg und sah, wie Jamie und Jemma das Tier attackierten.

»Sam, feure mit der nächsten Energie den mächtigsten Zerstörzauber, den du hast, auf das Biest! Seine Lebensenergie ist nur noch orange! Ein richtig guter Zauber könnte ihn vielleicht schon erledigen!«

»Okay, bin gleich so weit!«

Der Drache hatte seine Beweglichkeit mittlerweile fast vollständig zurückerlangt, nur fliegen schien er nicht mehr zu können. Dafür hatte er zum Glück schon zu viel Lebensenergie verloren. Doch seine Klauen schlugen nichtsdestotrotz noch gefährlich schnell nach den drei Menschen, die ihn immer wieder mit ihren Schwertern zu treffen versuchten. Sein Kopf zuckte herab und er schnappte mit seinen langen Reißzähnen nach Jamie. Der rollte sich in letzter Sekunde aus der Gefahrenzone, während Jemma und Zack versuchten, Kopf und Hals des Drachen mit ihren Schwertern zu treffen, ohne dabei von seinen Klauen erwischt zu werden. Wütendes Gebrüll war die Antwort auf ihre Treffer und der Drache zog seinen Kopf zurück. Seine Nüstern blähten sich und es war nicht schwer zu erraten, was als nächstes kommen würde.

Jamie stieß Zack vom Drachen fort. »Bring dich in Sicherheit!«

Zack war zwar ein starker Krieger, doch er besaß keinerlei Schutzzauber und auch wenn seine Rüstung mehr aushielt als die der anderen drei, würde er einem direkten Feuerstrahl nicht lange standhalten können.

Gerade als die Bestie ihr Maul aufriss und die ersten Flammen aus ihrem Rachen schossen, schrie Sam: »Ignis!«

Ein gewaltiger Feuerstrahl peitschte aus seinem Zauberstab und traf den Kopf des Drachen. Doch statt ihm wie erhofft ordentlich zu schaden, stieß der Drache ein freudiges Gebrüll aus. Er wandte den Kopf, schluckte den Feuerzauber und verwandelte ihn nun seinerseits in eine so mächtige Feuersäule, dass selbst Sam, der gebührenden Abstand gehalten hatte, sich schnell in Sicherheit bringen musste.

»Protego!«, schrien Jamie und Jemma gleichzeitig und stellten sich so gut sie konnten vor Zack. Auch wenn ihre Schutzschilde nur für sie selbst galten, würden sie Zack mit etwas Glück vielleicht zumindest ein kleines bisschen schützen können.

Viel half es jedoch nicht. Das verstärkte Drachenfeuer machte Zack so viel Schaden, dass seine Armschelle sich in rasendem Tempo dunkelorange verfärbte. Sofort ließen Jamie und Jemma ihre Schwerter fallen und begannen mit ihren Heilzaubern, doch die Lebensenergie, die sie Zack zurückgaben, wurde von den Flammen fast genauso schnell wieder zerstört.

»Das verdammte Feuer muss aufhören! Sonst haben wir keine Chance!« Jamie warf seiner Schwester einen gehetzten Blick zu, während seine heilenden Hände über Zacks zuckenden Körper wanderten.

Jemma sah zum Drachen, konnte aber durch die Flammen, die um sie herum tobten, kaum etwas erkennen. Es machte aber leider nicht den Anschein, als würde dem Biest in den nächsten paar Sekunden die Puste ausgehen. Sie wusste nicht, wo Sam war, und ob die Flammen ihn womöglich auch erwischt hatten. Als Magier trug er eine lachhaft schlechte Rüstung, die ihn kaum geschützt haben würde, falls er getroffen worden war.

Jemma biss sich auf die Lippen und schickte einen weiteren Heilzauber auf Zack, der mittlerweile so viel Lebensenergie verloren hatte, dass er sich nicht mehr rühren konnte. Nur seine Augen zuckten mit einer Mischung aus Enttäuschung und Wut zwischen Jamie und Jemma hin und her.

»Lasst mich«, stieß er mühsam hervor. »Tötet das Mistvieh. Wir müssen doch nicht alle sterben.«

»Ich lass dich bestimmt nicht allein!« Verbissen gab Jamie ihm mit einem weiteren Heilzauber ein wenig Lebensenergie zurück. »Wir haben noch nie jemanden sterben lassen!«

Zack lächelte verkrampft und wollte etwas erwidern, doch dazu war er schon zu schwach. Er brachte keinen Laut mehr hervor.